1, 2, 3 … Das Katholische Stadtdekanat sagt „Goodbye“

17.12.2025 | Nach 123-jährigem Bestehen: Abschied vom Katholischen Stadtdekanat Mannheim mit großem Dankabend

Abschied nach 123 Jahren: Ein bewegender Abend in Mannheim. Menschen aus allen Bereichen des kirchlichen Lebens feierten in der Jesuitenkirche den Rückblick und Abschied des Katholischen Stadtdekanats. Mit Geschichten, Ehrungen und einem Blick in die Zukunft bleibt das gemeinsame Engagement unvergessen. Ein besonderer Moment für das Miteinander in Mannheim.

Menschen aus allen Bereichen des kirchlichen Lebens in Mannheim füllten die Jesuitenkirche: vertraute Gesichter aus Seelsorge, Verwaltung, Ehrenamt und Gremien. Zwischen Umarmungen, leisen Gesprächen und spürbarer Wehmut begann der Gottesdienst, der zugleich Rückblick und Abschied nach 123 Jahren Katholisches Stadtdekanat Mannheim war.
 
Dekan Karl Jung stand am Altar im Kreis vieler, die das Dekanat über Jahre getragen hatten: Vertreterinnen und Vertreter aus Leitung, Konferenz, Verwaltung, Gesamtstiftungsrat, liturgischen Diensten und Einrichtungen. „Ein Dekanat ist immer Teamarbeit“, betonte Jung – eine, die nur mit vielen Haupt- und Ehrenamtlichen möglich gewesen sei.
 
Symbole, die Geschichte erzählen
In kurzen Impulsen brachten die Gruppen ihre „Schätze“ an den Altar. Ein prall gefüllter Aktenordner des Dekanatsrats stand symbolisch für Engagement zwischen Sachverstand und Ausdauer; ein Gong der Dekanatskonferenz für gemeinsame Wachsamkeit; ein „Geldsack“ des Gesamtstiftungsrats für verantwortungsvolle Entscheidungen. Die Verwaltung steuerte einen weiteren Ordner bei – solide Organisation, gewürzt mit Humor. Ein Laptop aus dem Leitungsteam erinnerte an die Corona-Jahre, in denen Kreativität und digitale Wege den Zusammenhalt stärkten und neue Wege ebneten.
 
Projektkoordinator Ulf Günnewig legte das Logo der Kirchenentwicklung dazu: Ein Kreuz aus bunten Quadraten und Symbol dafür, dass dieser Wandel von Jesus Christus begleitet und seinem Auftrag orientiert sei. Leitender Referent Matthias Leis griff den Gedanken des Weiterbaus schließlich humorvoll mit Blick auf die Pfarrei St. Sebastian auf, die am 16. Januar um 17 Uhr in einem Gottesdienst in der Jesuitenkirche offiziell errichtet wird. Mit einem Playmobil-Schiff machte er den Umbau deutlich – denn das Schiff bleibe seetüchtig als Gemeinde.
 
Dankabend, Dekanat
Geschichten, Ehrungen und ein Augenzwinkern
Im Ignatiussaal ging der Abend in ein lebendiges Miteinander über. Anekdoten, Kirchenkabarett von „Die Vorletzten“ und persönliche Erinnerungen prägten die Atmosphäre. Sechs Personen erhielten die Dekanatsehrennadel für ihr langjähriges Engagement: Die stellvertretende Dekanatsratsvorsitzende Claudia Jacobs, Dekanatsratsvorstand Kurt Reiss, Gesamtstiftungsrat und Verwaltungsauschussmitglied Hans-Peter Schnitzer, Projektkoordinator der Kirchenentwicklung Ulf Günnewig, Stefan Kraus stellvertretend für die gesamte Notfallseelsorge sowie Pressereferentin Cordula Schuhmann. Einige Tage später wurde übrigens auch der evangelische Dekan Ralph Hartmann mit der Dekanatseherennadel geehrt – ein starkes ökumenisches Zeichen.
 
Als Dank für das Mittragen des Weges erhielt jede und jeder eine kleine Pflanzschale mit  Vergissmeinicht-Samen und das Team überraschte Dekan Karl Jung mit einer eigens gestalteten Actionfigur: „Ein Unikat für ein Unikat“.
 
Abschied und Aufbruch zugleich
Der Dankabend - ein würdiger Abschied vom Katholischen Stadtdekanat, das seit 1902 – über 123 Jahre – das kirchliche Leben in Mannheim prägte. Was bleibt, ist das Miteinander, das diesen Weg getragen hat – und die Zuversicht, dass es weiterträgt.