6.12. Team Trauer und Abschied
Überarbeitetes Konzept (07.08.2024)
Thementeam Trauerbegleitung und Beerdigung
Kurzbeschreibung des Arbeitsbereichs
Trauer betrifft jeden Menschen. Sie geschieht jederzeit und gestaltet sich dynamisch. Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie mit der einhergehenden kollektiven Erfahrung menschlicher Verletzbarkeit und Endlichkeit hat Trauer eine neue gesellschaftliche Relevanz erhalten. „Trauer ist systemrelevant“ (Bundesverband Trauerbegleitung März 2021).
Dieser gesellschaftlichen Relevanz von Trauer möchte die Idee eines Thementeams für Trauerbegleitung und Beerdigung entsprechen.
Zielgruppe:
- Menschen allen Alters in Abschieds- und Trauersituationen
- Menschen, die Trauernde und Sterbende begleiten
Ziele:
- Begleitung von Menschen in und durch Abschieds- und Trauersituationen
- Netzwerkarbeit
- Begleitung und Schulung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen
- Kulturelle Auseinandersetzung mit Tod und Trauer in unserer Gesellschaft
- Entwicklung und Bildung einer Sprachfähigkeit über Sterben, Tod und Trauer
- Gedenken bei gesellschaftlichen/kulturellen Krisensituationen
Inhalte/ Tätigkeiten/ Maßnahmen, die sich aus den Zielen ergeben
Die Arbeit des Thementeams „Trauerbegleitung und Beerdigung“ teilt sich in zwei große Bereiche:
- Es soll eine Art Fachstelle Trauerbegleitung – Vernetzung – Beerdigung entstehen. Hier arbeiten zwei Fachreferent:innen (je 50 – 75%) und eine Verwaltungskraft. Es gibt verlässliche Öffnungszeiten und Erreichbarkeit.
Verortung: gut öffentlich erreichbar im Stadtzentrum.
Die Fachstelle ist Kontakt- und Anlaufstelle für
-
- Trauernde, die Begleitung suchen
- Netzwerkarbeit in der Region und der Stadt (kirchlich und kommunal)
- Haupt- und Ehrenamtliche wie Pfarreien der Kirchengemeinde St. Sebastian
- Begleitung und Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen
- Bestattungsinstitute
Die Fachstelle koordiniert die Beerdigungen für die Kirchengemeinde St. Sebastian
-
- Es gibt eine zentrale Adresse/Mail/Telefonnummer für die Bestattungsinstitute in der Kirchengemeinde St. Sebastian
- Die Fachstelle koordiniert die Beerdigungen und vermittelt an die zuständigen haupt- und ehrenamtlichen Beerdiger:innen der Kirchengemeinde St. Sebastian in den Pfarreien.
- In der ganzen Kirchengemeinde St. Sebastian finden bereits an unterschiedlichen Orten statt (siehe Mindmap und Karte der Kirchengemeinde St. Sebastian):
- Trauercafés (Hauptfriedhof, Waldfriedhof Rheinau, Waldfriedhof Gartenstadt, Gemeindehaus Maria Hilf Almenhof) und Trauerbank (Friedhof Wallstadt)
- Beerdigungen auf den 14 Friedhöfen in Mannheim, Ilvesheim, Edingen und Neckarhausen
- Verschiedene Gedenkgottesdienste in den Pfarreien und Altenpflegeeinrichtungen
- Trauergespräch in sanctclara
Weiteres darf und soll in unterschiedlichen Kirchen/ Gemeindehäusern und anderen Orten stattfinden/entstehen:
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- Ein wöchentlicher Gedenkgottesdienst für die Verstorbenen der Stadt in der Zentralkirche St. Sebastian
- Kulturelle Angebote zum Thema Trauer und Abschied (Kunst, Musik, Bewegung, Darstellung, Lesung…)
- Themenwoche oder-monat
- Ein Kolumbarium (ein PGR denkt derzeit aktiv darüber nach…)
- Angebote für Begleitung/Reflexion/Fortbildung von Ehren- und Hauptamtlichen (Trauerbegleiter:innen, Beerdiger:innen…)
- Trauer und Abschied im interreligiösen Dialog
- Vernetzungstreffen (mit Bestatter:innen, Netzwerk Trauer im Rhein-Neckar-Kreis…)
Bedarf an Räumlichkeiten
- Fachstelle mit Büros für 2 Arbeitsplätze für Fachreferent:innen und 1 Arbeitsplatz für Verwaltungskraft, 1 Raum für Einzelgespräche im Bereich Innenstadt( ggf. zukünftig in F1,7?)
- Größere Treffen und Veranstaltungen nach Bedarf und Absprache in möglichen Gemeinderäumen und Kirchen der Kirchengemeinde St. Sebastian
- Fester, verlässlicher wöchentlicher Gedenkgottesdienst in St. Sebastian
Ursprüngliches Konzept:
(Ökumenisches) Zentrum für Trauerbegleitung und Trauerkultur
Kurzbeschreibung des Arbeitsbereichs
Trauer betrifft jeden Menschen. Sie geschieht jederzeit und gestaltet sich dynamisch. Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie mit der einhergehenden kollektiven Erfahrung menschlicher Verletzbarkeit und Endlichkeit hat Trauer eine neue gesellschaftliche Relevanz erhalten. „Trauer ist systemrelevant“ (Bundesverband Trauerbegleitung März 2021).
Trauer entsteht jedoch nicht ausschließlich durch den Tod eines Menschen, mit dem eine Person in Beziehung stand. Auch andere Faktoren lösen einen Trauerprozess aus, z.B. Trennung und Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust der Wohnung bzw. eines Zu-Hauses, Umzug etc.
Dieser gesellschaftlichen Relevanz von Trauer möchte die Idee eines ökumenischen Zentrums für Trauerbegleitung und Trauerkultur entsprechen.
Zielgruppe:
- Menschen allen Alters in Abschieds- und Trauersituationen
- Menschen, die Trauernde und Sterbende begleiten
Ziele:
- Begleitung von Menschen in und durch Abschieds- und Trauersituationen
- Netzwerkarbeit
- Begleitung und Schulung von Haupt- und Ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen
- Kulturelle Auseinandersetzung mit Tod und Trauer in unserer Gesellschaft
- Entwicklung und Bildung einer Sprachfähigkeit über Sterben, Tod und Trauer
- Gedenken bei gesellschaftlichen/kulturellen Krisensituationen
Inhalte/ Tätigkeiten/ Maßnahmen, die sich aus den Zielen ergeben
Das ökumenische Zentrum für Trauerbegleitung und Trauerkultur versteht sich als Schnittstelle und als ergänzendes Angebot für bereits bestehende Institutionen und Angebote.
Je nach Ressourcen und Ausstattung sind folgende Angebote denkbar. Dabei wird zwischen einer „Komm-Struktur“ und einer „Geh-Struktur“ im Sozialraum der Stadt unterschieden.
A) Komm-Struktur:
Fester (geistlicher) Ort mit verlässlicher Erreichbarkeit
gegebenenfalls Errichtung / Einrichtung eines Kolumbariums
Wöchentliches Gedenken (Ritual / Andacht / Gottesdienst), auch bei gesellschaftlich relevanten Krisen und/oder Katastrophenereignisse
Ort der Begegnung und der Bildung
Anlassbezogene Gedenkfeiern, z.B. „zum 1. Todestag“, „das erste Weihnachten ohne sie/ihn“
Gesprächskreise und Angebote zur Selbsthilfe für Einzelne und für Gruppen (z.B. Malkurs für Trauernde)
Kulturelle Veranstaltungen (z.B. Lesungen, Konzerte, Kino, Kabarett)
Supervision und Beratung von Hauptamtlichen in Trauerfragen
B) Geh-Struktur, aufsuchende Angebote
Verlässliche Präsenz und Gesprächsangebote auf dem Hauptfriedhof und auf den dezentral gelegenen Friedhöfen Neckarau, Waldfriedhof, Seckenheim, Feudenheim
Besuche und Angebote in Altenwohn- und Pflegeheimen sowie Seniorenwohnheimen
Wochenend- und Freizeitangebote (geistliche(r) Tag(e) für Trauernde)
gegebenenfalls Rufbereitschaft für Sterbebegleitung und Aussegnung
C) Bestattungen in der Kirchengemeinde St. Sebastian
Begleitung und Organisation/Verwaltung von Beerdigungen
Kontakte zu den Mannheimer Bestatter…
--> Ausarbeitung im Thementeam „Beerdigung“ ab Nov. 2023
Kooperationspartner:innen
Mit folgenden, bereits bestehenden Institutionen und Einrichtungen sind Kooperationen sinnvoll und möglich:
- Bestattungsinstitute
- Ökumenischer Hospizdienst, Runder Tisch Hospiz
- Hospiz St. Vincent
- Ambulante Hospizdienste ASB
- Spezial – ambulante Pflegedienste SAPV
- Ökumenisches Bildungszentrum St. Clara
- Öffentlichkeitsbeauftragte Evang. und kath. Dekanat
- Friedhöfe Mannheim bzw. Friedhofsverwaltung
- Notfallseelsorge
- Telefonseelsorge
- Schulen und Schulseelsorge
- Kliniken (Diako, Theresien, UMM, ZI) und Klinikseelsorge
- Palliativstationen
- (r.-k.) Gemeinden und (evang.) Pfarrgemeinden
- Beratungsstellen (Caritas, Diakonie, psych. Beratungsstelle PLUS e.V. etc.)
- Abendakademie / VHS
Bedarf an Räumlichkeiten
Zum Aufbau des ökumenischen Zentrums für Trauerbegleitung und Trauerkultur benötigt es:
einen geeigneten (geistlichen) Ort mit Sakralraum (Kirche, Kapelle), Büro, Gruppen- bzw. Besprechungsraum für ca. 30 Personen, Küche,
Personelle Ressourcen (haupt- und ehrenamtlich)
die Einrichtung zweier voller hauptamtlichen Stellen (200% Deputat), jeweils hälftig vom katholischen Dekanat und vom evang. Stadtkirchenbezirk getragen bzw. als landeskirchliche Projektstelle (Anstellungsträgerschaft Erzbischöfliches Ordinariat FR bzw. Evang. Landeskirche Baden)
è eine ökumenische Aufstellung des Zentrums ist derzeit (noch) nicht möglich. Die Offenheit für einen Einstieg der evang. Kirche sollte eingeplant und erhalten werden.
è Überlegung: 2 Hauptamtliche katholische Seelsorgerinnen mit z.B. je 75% im Zentrum und je 25% für einen weiteren Seelsorgebereich sowie einer Verwaltungskraft mit dem Schwerpunkt der Beerdigungskoordination für die Kirchengemeinde neu
Alle drei Mitarbeiterinnen haben ihren Dienstsitz und ihr Büro im Zentrum
Finanzielle Ressourcen
ein noch zu vereinbarendes jährliches Budget
Ergänzung zum bisherigen inhaltlichen Konzept
Nach der ersten Exkursion scheinen für ein Trauerzentrum diese Punkte wichtig:
- Wer ist Träger des Zentrums? Die Kirchengemeinde, das Bistum, beide?
- Gebäude: Kirche, Pfarrgebäude mit 5-6 Arbeitsplätzen (Räume, Ausstattung, Technik …), größerer Küche, Raum für Einzelgespräche, großer Raum für Gruppengespräche mit Bewegungsfreiheit, Lagerräume für Tische + Stühle wie Material, barrierefrei, Garten.
- Wir schauen uns diese beiden Kirch- und Gemeindezentren an: St. Nikolaus Neckarstadt (favorisiert), St. Jakobus Neckarau
- multiprofessionelles Team (Seelsorge, Pflege, Soziokulturell, medizinisch), zusatzgeschulte Verwaltungskräfte, Hauswirtschaft, Mesnerdienst
- Wie geschieht Öffentlichkeitsarbeit (Homepage/ Medien/ Presse/ Rundfunk/ Druckerzeugnisse…)? Über Kirchengemeinde/Pressestelle und /oder Büro des Zentrums?
- Ersteinrichtung und –ausstattung des Zentrums und Erstellung eines Haushalts (Betriebskosten, Referenten, Schulungen…). Mietkosten? Wer ist für die Verwaltung zuständig (derzeitige Verwaltungsangestellte?)
- Fundraising!! Generieren von Spenden/Stiftungen/Erbschaften… (Aktion Mensch, Glücksspirale, Bußgeldstelle…)
- Genehmigungen einholen bei: Gesundheitsamt, Ordnungsamt, Hygieneschulungen (Erst- und Folgeschulungen), Schutzkonzept, Datenschutz, Schweigepflicht, erweitertes Führungszeugnis auch für Ehrenamtlich erforderlich → Es müssen Personalakten angelegt und geführt werden

