9.6.1 Arbeit für alle e.V.

 

Arbeit für Alle /  afa (Verein zur Förderung neuer Arbeitsplätze und Betriebsgründungen e.V.)

Der Verein „arbeit für alle“ entstand 1985 durch eine Initiative von BDKJ, Förderband und katholischen Priestern, die durch Spenden den Grundstock für die Arbeit des Vereins gelegt haben. Benachteiligte junge Menschen, die bislang keinen Eingang in die Berufs- und Arbeitswelt gefunden haben, werden beschäftigt, qualifiziert und begleitet, um ihnen damit Teilhabe zu ermöglichen. Dies waren damals insbesondere junge Menschen, die aufgrund ihrer schulischen Leistungen bzw. der konjunkturellen Situation keinen Ausbildungsplatz gefunden hatten. Aufgrund der prekären Arbeitssituation von Frauen (geringfügige oder stundenweise Beschäftigung) wurden ab 1991 verstärkt sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Frauen in den ihnen vertrauten Bereichen Reinigung und Catering geschaffen.
Seit einigen Jahren bildet der Verein auch Jugendliche aus, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben darunter sind auch Rehabilitanden. Gezahlt wird mindestens Mindestlohn. Die Arbeitszeiten orientieren sich an den Bedürfnissen der Beschäftigten (Vereinbarkeit Familie-Beruf; Belastbarkeit). Jungen Rehabilitanden machen wir ein inklusives Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebot. Die Mitarbeitenden erbringen eine gesellschaftlich notwendige und geschätzte Arbeit. Sie erfahren, dass sie gebraucht werden. 
Die Mitarbeitenden verstehen sich als fachliche AnleiterInnen in Gartenbau, Hauswirtschaft und Catering aber auch als begleitende und unterstützende Personen für die jungen Menschen in einem ganzheitlichen Sinn. Ggf. werden sie von Mitarbeitenden des Förderband e.V. unterstützt.
Die Arbeit des „arbeit für alle“ ist zu etwa 50% durch Einnahmen über die Auftragserledigung finanziert. Hinzu kommen Zuschüsse von der Stadt Mannheim, Jobcenter, Spenden und Kollekte. Durch den Arbeit für Alle e.V., der eine feste, anerkannte und wertgeschätzte Einrichtung in der katholischen Kirche in Mannheim darstellt, werden junge Erwachsene unterstützt, die ohne den Verein durch alle Sicherungsnetze fallen würden. „arbeit für alle“ wird von vielen Katholiken als caritatives Angebot der Stadtkirche angesehen.

Ziele / Zielgruppe

Wir arbeiten mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, an den Rändern unserer Gesellschaft und befähigen sie über Arbeit und im Einzelfall über Ausbildung zu einem selbstbestimmten und von Transferleistungen unabhängigen Leben. Es sind Jugendliche und junge Erwachsene mit multiplen Problemlagen, schwerbehinderte junge Erwachsene, zugewanderte Personen, Geflüchtete, alleinerziehende Mütter, ehemalige Sozialhilfeempfänger. Afa wendet sich auch an diejenigen Menschen, die aus allen Regelsystemen herausgefallen sind. 
Wir bieten außer Arbeitsmöglichkeiten auch Praktika, die Möglichkeit zur Arbeitserprobung und zur Ableistung von Sozialstunden. 
Die Ziele orientieren sich an den Prinzipien der Katholischen Soziallehre. Allen voran Personalität, Solidarität, Subsidiarität und die Option für die Armen. 
Konkret werden benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene über sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und über Ausbildung zu einer selbstständigen Lebensführung in unserer Gesellschaft geführt. 
Der Verein erledigt Aufträge im Gartenbau, in Hauswirtschaft und Catering. Sie sind sehr betriebsnah organisiert. Dabei sind die Rahmenbedingungen der Beschäftigung an die Möglichkeiten der jungen Menschen angepasst, sowohl zeitlich als auch von der Leistungsfähigkeit her.
Spezifisch: „arbeit für alle“ und damit auch die Kirche, erreicht Jugendliche und junge Erwachsene, die von anderen kirchlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen und Gruppen nicht oder wenig erreicht werden. Dies gilt auch für unsere Kunden z.B. beim Mittagstisch im Haus der Jugend, Cateringaufträgen und Gartenarbeiten. Ein Auftrag für afa wird als Beitrag zur Unterstützung einer guten kirchlichen Aktion erlebt.
Messbar: Durchschnittlich sind 15 – 20 Personen und 2 Anleiter fest angestellt. Pro Jahr erledigen wir ca. 400 Aufträge bei kirchlichen, kommunalen und privaten Auftraggebern und bieten gleichzeitig den Beschäftigten die Möglichkeit positive Arbeitserfahrungen zu machen und darüber ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Zum Mittagstisch kommen täglich zwischen 60-100 Personen und erhalten ein frisch gekochtes, gesundes Mittagessen aus saisonalen, regionalen Lebensmitteln. 
Ausführbar: Wir arbeiten seit 1985 als Beschäftigungsbetrieb und planen dies auch weiterhin zu tun. Afa ist eine Antwort auf prekäre Arbeitsverhältnisse, die auf dem ersten Arbeitsmarkt für unsere Zielgruppe zunehmen.
Realistisch: Wir bieten Personen eine Beschäftigungsperspektive, die ohne den Verein keine Möglichkeit hätten, selbstständig ihren Lebensunterhalt zu erarbeiten.
Terminiert: Auch über 2030 hinaus werden Menschen Hilfe brauchen und der Kirche steht es sehr gut an, sich dieser wichtigen Aufgabe für die Gesellschaft anzunehmen.

Inhalte/ Tätigkeiten/ Maßnahmen, die sich aus den Zielen ergeben

Arbeitsweise:
  • personal (Beziehungsaufbau zwischen jungen Menschen und Mitarbeitenden)
  • betriebsnah (für die jungen Menschen ist der Verein ihr verlässlicher Arbeitgeber)
  • ganzheitlich, Bezugspersonen werden einbezogen, junge Erwachsene werden in ihrer gesamten Person wahrgenommen
  • differenziert (die Arbeitseinsätze werden gemäß der Leistungsfähigkeit und zeitlichen Ressourcen der Beschäftigten geplant und mit zunehmender Erfahrung gesteigert)
  • gut vernetzt mit allen relevanten AkteurInnen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene

Bedarf an Räumlichkeiten

Saal für den Mittagstisch und professionelle Küche für Mittagstisch und Catering zentral gelegen

Personelle Ressourcen (haupt- und ehrenamtlich)

Die Aufgaben des Geschäftsführers des afa erfolgt seit 1985 in Personalunion durch den Vorsitzenden des Förderband e.V. und dies soll weiterhin so sein. Ab 1.11.2024 ist dies jedoch ungewiss. Diese Unterstützung ist für den „arbeit für alle“ auch zukünftig sehr wichtig.

Finanzielle Ressourcen

1987 beschloss der Dekanatsrat jährlich einen Aktionstag in allen Mannheimern Pfarrgemeinden durchzuführen, um die Gläubigen über die aktuelle Situation von arbeitslosen Jugendlichen und über die Arbeit des Vereins zu informieren. Die Kollekte wird zur Förderung der Arbeit des Vereins verwandt. Dies soll fortgeführt werden.